Höxter. Die NRW-CDU-Landtagsabgeordneten Friedhelm Ortgies aus Minden-Lübbecke und Hubertus Fehring haben am Montag im Niedersächsischen Landtag an einer neuerlichen Anhörung zum Thema Weserversalzung teilgenommen.

Den Mitgliedern des Umweltausschusses standen hier Vertreter der Firma K+S, des BUND, der Werra-Weser-Anrainerkonferenz, der K-UTEC AG und die Meeresbiologin Dr. Gisela Gerdes Rede und Antwort. Letztere machte sehr deutlich, dass die Kaliabwässer in ihrer Zusammensetzung nicht dem Nordseewasser entsprächen und deshalb für die Meeresbiologie in konzentrierter Form (Nordseepipeline) eine enorme Belastung darstellen würden.

Die K+S-Vertreter verwiesen auf ihre bisherigen Abwässereinsparerfolge und ihre Vereinbarungen mit der hessischen Landesregierung, dem sogenannten 4-Phasen-Plan. Hiernach wird die Weser ab 2027 nicht der EU-WRRL entsprechen. Den Zuhörern wurde einmal mehr deutlich, dass für K+S die Nordseepipeline keine Option mehr darstellt. Das Kasseler Unternehmen will durch technische Verfahren weitere 1,5 Mio. Kubikmeter Produktionsabwässer einsparen und die verbleibenden ca. 5,5 Mio. Kubikmeter ab 2022 mit der sogenannten Oberweserpipeline bei Gieselwerder in die Weser einleiten.

Die Grünen Umweltminister der Weseranrainerländer, auch Johannes Remmel aus NRW, haben diesem Vorgehen mit ihrem gemeinsamen Entwurf zum Bewirtschaftungsplan zugestimmt.

„Wie angesichts dieser Vorgehensweise im Jahre 2027 am neu zu schaffenden Pegel in Boffzen der Chloridgehalt von 300mg pro Liter Weserwasser eingehalten werden soll, bleibt ein grünes Geheimnis“, so Hubertus Fehring. Ähnlich sieht dies auch Dr. Walter Hölzel, der Vertreter der Anrainerkommunen. Er nannte die 300mg-Marke eine Fantasiezahl.