Jugendlandtag 2016Meine 3 Tage als Abgeordneter im Landtag

Mein erster von drei Tagen als Abgeordneter der CDU-Fraktion begann mit Zugfahrt nach Düsseldorf. „ Dies ist mein typischer Anreiseweg “, sagte mir Hubertus Fehring, den Abgeordneten den in ich in den nächsten drei Tagen vertreten werde. Nach der dreistündigen Fahrt erreichten wir den Landtag, wo Herr Fehring mir sein Büro zeigte, welches er sich mit seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Anja Vesper teilt. „ Das Büro sei mehr ein Hühnerstall, als ein Büro“, hörte ich in den folgenden Tagen öfters von vielen Abgeordneten mit einem Schmunzeln. Zudem traf ich auch die 236 anderen Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren, die ihren Abgeordneten in Rahmen des 8. Jugend-Landtags Nordrhein-Westfalens vertraten.

Im Folgenden wurde mir mein „Arbeitsplatz“ ausführlich gezeigt und ich machte die ersten Schritte im Leben eines Abgeordneten. Nach der Begrüßung durch die Landtagspräsidentin stand schon die erste Fraktionssitzung an, wobei die obligatorischen formellen Dinge anstanden, wie z.B. die Wahlen des Fraktionsvorsitzenden und der Schriftführer, sowie deren Stellvertreter an. Dieses schloss den ersten Tag ab.

So richtig startete das Leben eines Abgeordneten erst am zweiten Tag für uns Jugendlichen. Dieser Tag stand ganz im Zeichen von Sitzungen und Abstimmungen, die als Vorbereitung für die große Plenarsitzung am dritten Tag dienten.

Bei den verschiedenen Sitzungen wurde über die vorab von den Teilnehmern gewählten Themen, „ Ermöglichung eines gesellschaftlichen Abiturs“ und „Verpflichtendes Projekt zu Politik an Schulen einführen“ diskutiert und der Kurs der Partei beschlossen. Die Fraktion der CDU, in der ich vertreten war, beschloss mehrheitlich den vorgelegten Antrag zur Ermöglichung eines gesellschaftlichen Abiturs abzulehnen bei einer Änderung jedoch würde sich die Partei dafür aussprechen. Bei dem anderen Thema entschied sich die Partei den Antrag zu akzeptieren, jedoch müsse der von unserer Partei formulierte Leitfaden den bereits vorliegenden Antrag ergänzen. Ich tauchte immer mehr in den Alltag eines Abgeordneten ein und verstand immer besser die Komplexität der Themen und das straffe Programm was Abgeordnete fast wöchentlich vor sich haben.                                                                                                                                

Auch der zweite Tag neigte sich schnell dem Ende entgegen, welche ausklang beim parlamentarischen Abend, wo die teilnehmenden Jugendlichen zum Teil die Abgeordneten trafen die sie in den drei Tagen vertreten.

Der dritte und letzte Tag des Jugend-Landtags war bestimmt durch die große Plenarsitzung im Plenarsaal. Die Sitzung begann und war genauso aufgebaut wie eine reale Plenarsitzung. Die bereits am Vortrag gewählten Jugendlichen, die eine Rede halten sollten zu den beiden Themen, begannen damit jeweils nach einer festgelegten Rednerliste. Die Sitzung verliefen hitzig und es wurde debattiert, diskutiert, kritisiert und zum Teil auch gestritten - jedoch musste schlussendlich nach dreieinhalbstündiger Plenarsitzung eine Abstimmung Ergebnisse liefern. Die SPD-Fraktion setzte ihren Änderungsantrag zum Thema „Ermöglichung eines gesellschaftlichen Abiturs“ mit Hilfe Bündnis 90/Die Grünen und den Piraten durch. Dieser beinhaltet, dass es keine 2 Leistungskurse mit gesellschaftlichen Fächern geben kann und zudem die Zahl der Abiturfächer bei vier gleich bleibt. Beim zweiten Thema „Verpflichtendes Projekt zu Politik an Schulen“ setzte sich ebenfalls Antrag der SPD-Fraktion durch, welcher jedoch von allen vertretenen Fraktionen angenommen wurde.

Nachdem nun auch die Ergebnisse feststanden war der 8. Jugend-Landtag beendet, welcher mir persönlich vor allem viel an Erfahrungen gebracht hat. Meine Erwartungen wurden übertroffen und zum Teil wurden mir auch die Augen geöffnet wie vielfältig spannend aber auch anstrengend der Alltag eines Abgeordneten im Landtag ist. Ich kann vor allem Jugendlichen, die politisch interessiert sind, es nur empfehlen an dem Projekt Jugend-Landtag teilzunehmen , weil man viel lernt nicht nur viel über Politik sondern auch über die Kommunikation und Strukturen innerhalb einer Partei. Letztendlich steht vor allem das Miteinander im Fokus und die Meinung und Einstellung der Jugendlichen zu politischen Themen woran sich auch die realen Abgeordneten ein Beispiel nehmen, wenn sie sich in Zukunft mit politischen Themen auseinandersetzen.

Von Adrian Kohaupt