In der letzten Plenarsitzung des Jahres beschäftigte sich der nordrhein-westfälische Landtag  mit den „Reichsbürgern", im Speziellen mit der sogenannten Malta-Masche.

Der heimische CDU-Abgeordnete Hubertus Fehring hatte bereits im Februar 2015 in einer Kleinen Anfrage an den Innenminister darauf aufmerksam gemacht, dass diese Bewegung die Existenz der Bundesrepublik Deutschland in Frage stellt und eine eigene Staatsangehörigkeit mit eigener Rechtsordnung installieren möchte. Im Kreis Höxter, der nach Ansicht der Reichsbürger dem Freistaat Preußen angehört, leben auch einige Mitglieder dieser Gruppierung, die Justiz und der kommunalen Verwaltung Probleme bereiten.

Manche Anhänger der Reichsbürger schikanieren inzwischen Mitmenschen mit der „Malta-Masche". Erfundene Geldforderungen werden dabei in ein US-Online-Handelsregister eingetragen, dort ist keine Begründung dafür erforderlich. Anschließend wird die angebliche Forderung an ein von Reichsbürgern auf Malta gegründetes Inkasso-Unternehmen abgetreten. Dieses will dann die vermeintlichen Schulden in Deutschland eintreiben. Besonders ärgerlich und absurd: die Betroffenen müssen zwischen dem 15. und 30. Tag nach Zustellung solcher Forderungen persönlich auf Malta vor Gericht erscheinen, um die Ansprüche zu bestreiten und benötigen dafür einen Anwalt, der Maltesisch spricht.

Der Landtag begrüßt es ausdrücklich, dass sich das Auswärtige Amt dieser Problematik angenommen hat und auf höchster behördlicher Ebene eine Lösung herbeiführen konnte, nach der keine unrechtmäßigen Forderungen mehr mittels des maltesischen Mahnverfahrens vollstreckbar gemacht werden können. Die nordrhein-westfälischen Kommunen bekommen von der Landesregierung Handlungsempfehlungen zur „Malta-Masche", die im Ministerium einen Ansprechpartner in Sachen Reichsbürgerbewegung benannt hat.